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Fr 28.12.2012

Mehrgenerationenhäuser - für nachhaltigen Zusammenhalt in der Gesellschaft

Logo des Aktionsprogramms Mehrgenerationenhäuser
Vergrößerte Ansicht des Bildes öffnet in externem Fenster Logo Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser

Anfang 2012 startete an bundesweit 450 Standorten das Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser II des Bundesfamilienministeriums. Mehrgenerationenhäuser fördern gezielt das generationenübergreifende Miteinander: Jung und Alt können und sollen sich hier begegnen, voneinander lernen, miteinander aktiv sein und sich für die Gemeinschaft vor Ort stark machen. Deutschlandweit gibt es in nahezu jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt ein Mehrgenerationenhaus.

Die Häuser fördern ein positives Altersbild in der Gesellschaft und helfen Tabuisierungen und Berührungsängste, zum Beispiel beim Umgang mit demenziell erkrankten Menschen, abzubauen. Mehrgenerationenhäuser gehen verbindliche und langfristige Partnerschaften mit anderen Akteuren ein, wie Verbänden, Kultur- und Bildungseinrichtungen oder lokalen Wirtschaftsunternehmen. Alle Mehrgenerationenhäuser sind zudem anerkannte Einsatzstellen für den Bundesfreiwilligendienst. Zentral für alle 450 teilnehmenden Mehrgenerationenhäuser ist der "Offene Treff" – die erste Anlaufstelle und der Ort der Begegnung für alle Generationen.

Jedes der 450 Häuser im Aktionsprogramm erhält über einen Zeitraum von drei Jahren (2012-2014) einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 40.000 Euro. Davon werden 30.000 Euro aus Mitteln des Bundesfamilienministeriums und des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert. 10.000 Euro werden von der jeweiligen Standortkommune beziehungsweise vom Land oder Landkreis übernommen.

Die Schwerpunkte des Aktionsprogramms Mehrgenerationenhäuser II

Das Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser II baut inhaltlich auf dem ersten Aktionsprogramm auf, das nach fünfjähriger Laufzeit im Dezember 2012 beendet wird. Das Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser II hat folgende Schwerpunkte:

Alter und Pflege

Für die Generation der jüngeren Alten und der Menschen im Übergang zwischen Beruf und Ruhestand bieten die Mehrgenerationenhäuser viele kreative Angebote und schaffen Raum für Freiwilliges Engagement. Mit vielfältigen Beratungs- und Unterstützungsleistungen ermöglichen die Mehrgenerationenhäuser aber auch vielen Älteren länger selbstständig und selbstbestimmt im eigenen, gewohnten Umfeld zu leben. Die Häuser kooperieren dabei u.a. eng mit Pflegeberatungsstellen und Pflegestützpunkten. Eine weitere Zielgruppe der Mehrgenerationenhäuser sind demenziell erkrankte Menschen und deren betreuende Angehörige.

Integration und Bildung

Bildung ist ein zentraler Schlüssel für die gesellschaftliche Teilhabe. Alle Mehrgenerationenhäuser bieten deshalb Betreuungs- und Unterstützungsangebote u.a. für Kinder- und Jugendliche an. Für Menschen mit Migrationshintergrund gibt es spezielle und auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Aktivitäten. Dazu gehören sowohl Sprachkurse und Beratungsangebote als auch Hilfe und Unterstützung bei Behördengängen oder Fragen des täglichen Lebens. Menschen mit Migrationshintergrund bringen dabei eigene Ideen ein und bereichern mit neuen Impulsen das Angebotsspektrum der Häuser.
Gemeinsames Lernen und gegenseitiger Austausch bereichern Menschen mit und ohne Migrationshintergrund und motivieren so zu gesellschaftlicher Teilhabe.

Angebot und Vermittlung von Haushaltsnahen Dienstleistungen

Damit Menschen aller Generationen und in allen Lebenssituationen ihre familiären und beruflichen Aufgaben gut in Einklang bringen können, sind Haushaltsnahe Dienstleistungen ein wichtiger Faktor, wie beispielsweise Hol- und Bringdienste oder Einkaufshilfen. Mit Hilfe der Vermittlungsdatenbank im Aktionsprogramm führen viele Häuser vor Ort Angebot und Nachfrage zusammen.

Freiwilliges Engagement

Mehrgenerationenhäuser fördern das Freiwillige Engagement, stärken so die soziale Kompetenz und vermitteln gleichzeitig beschäftigungsfördernde Fähigkeiten. Die entsprechende Beratung und Qualifizierung von Freiwillig Aktiven hat deshalb ein besonderes Gewicht im Aktionsprogramm.