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Do 24.07.2014

Mehrgenerationenhäuser - für nachhaltigen Zusammenhalt in der Gesellschaft

Logo des Aktionsprogramms Mehrgenerationenhäuser
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Mehrgenerationenhäuser fördern gezielt das generationenübergreifende Miteinander und Engagement: Jung und Alt können sich hier begegnen, voneinander lernen, aktiv sein und sich für die Gemeinschaft vor Ort stark machen. Zentral für alle teilnehmenden Mehrgenerationenhäuser ist der "Offene Treff" – die erste Anlaufstelle und der Ort der Begegnung für alle Generationen. Mit dem Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser II unterstützt das Bundesfamilienministerium rund 450 Standorte in ganz Deutschland. Bundesweit gibt es damit in nahezu jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt ein Mehrgenerationenhaus.

16 Millionen Euro für Mehrgenerationenhäuser in 2015 eingeplant

Jedes der 450 Häuser im Aktionsprogramm erhält über einen Zeitraum von drei Jahren (2012-2014) einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 40.000 Euro. Davon werden 30.000 Euro aus Mitteln des Bundesfamilienministeriums und des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert. 10.000 Euro werden von der jeweiligen Standortkommune beziehungsweise vom Land oder Landkreis übernommen.

Für die weitere Förderung aller 450 Mehrgenerationenhäuser auch im Jahr 2015 hat das Bundeskabinett im Haushaltsentwurf für 2015 bereits 16 Millionen Euro eingestellt. Zur Weiterentwicklung des erfolgreichen Konzepts der Mehrgenerationenhäuser und zur angestrebten Verstetigung der Finanzierung führt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ab Herbst 2014 Gespräche mit den Ländern und Kommunen, um eine gemeinsame Lösung für die dauerhafte Etablierung der Häuser zu finden. 

Das Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser II baut inhaltlich auf dem ersten Aktionsprogramm (2006 – 2011) auf und hat vier Schwerpunkte: Alter und Pflege, Integration und Bildung, Angebot und Vermittlung von haushaltsnahen Dienstleistungen sowie Freiwilliges Engagement.

Alter und Pflege

Für die Generation der jüngeren Alten und der Menschen im Übergang zwischen Beruf und Ruhestand bieten die Mehrgenerationenhäuser viele kreative Angebote und schaffen Raum für Freiwilliges Engagement. Mit vielfältigen Beratungs- und Unterstützungsleistungen ermöglichen die Mehrgenerationenhäuser aber auch vielen Älteren länger selbstständig und selbstbestimmt im eigenen, gewohnten Umfeld zu leben.
Die Häuser kooperieren dabei unter anderem eng mit Pflegeberatungsstellen und Pflegestützpunkten. Eine weitere Zielgruppe der Mehrgenerationenhäuser sind demenziell erkrankte Menschen und deren betreuende Angehörige.

Integration und Bildung

Bildung ist ein zentraler Schlüssel für die gesellschaftliche Teilhabe. Alle Mehrgenerationenhäuser bieten deshalb Betreuungs- und Unterstützungsangebote unter anderem für Kinder- und Jugendliche an. Für Menschen mit Migrationshintergrund gibt es spezielle, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Aktivitäten. Dazu gehören sowohl Sprachkurse und Beratungsangebote als auch Hilfe und Unterstützung bei Behördengängen oder Fragen des täglichen Lebens. Menschen mit Migrationshintergrund bringen dabei eigene Ideen ein und bereichern mit neuen Impulsen das Angebotsspektrum der Häuser.
Gemeinsames Lernen und gegenseitiger Austausch bereichern Menschen mit und ohne Migrationshintergrund und motivieren so zu gesellschaftlicher Teilhabe.

Angebot und Vermittlung von haushaltsnahen Dienstleistungen

Damit Menschen aller Generationen und in allen Lebenssituationen ihre familiären und beruflichen Aufgaben gut in Einklang bringen können, sind haushaltsnahe Dienstleistungen ein wichtiger Faktor, wie beispielsweise Hol- und Bringdienste oder Einkaufshilfen.

Freiwilliges Engagement

Die Mehrgenerationenhäuser übernehmen in ihren Kommunen eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung von Angeboten zum Freiwilligen Engagement. Menschen aller Generationen und jeder Herkunft können sich dort engagieren. Die Mitarbeit in den Häusern eröffnet vielen Freiwilligen neue Chancen und Möglichkeiten, stärkt sie in ihrer sozialen Kompetenz und vermittelt fachliche Fertigkeiten. Auf diese Weise unterstützen die Häuser auch die berufliche Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Die entsprechende Beratung und Qualifizierung von freiwillig Aktiven hat deshalb ein besonderes Gewicht im Aktionsprogramm.

Alle Mehrgenerationenhäuser sind anerkannte Einsatzstellen für den Bundesfreiwilligendienst. Darüber hinaus gibt es spezifische Angebote zum Freiwilligen Engagement für Menschen mit Migrationshintergrund und Angehörige der Generation 50plus, die sich in der Übergangsphase vom Erwerbsleben in den Ruhestand befinden und ihre vielfältigen Erfahrungen an Jüngere weitergeben können.