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Do 12.05.2016

Der Bundesfreiwilligendienst

Am 1. Juli 2011 ist der Bundesfreiwilligendienst gestartet. Ziel ist, allen Menschen, die sich für einen Freiwilligendienst interessieren, einen passenden Platz zur Verfügung zu stellen und die finanziellen Voraussetzungen für einen Einsatz zu schaffen, von dem alle Beteiligten profitieren. Um dieses Ziel zu erreichen und um die Bürgerinnen und Bürger für freiwilliges Engagement zu gewinnen, wurden die Rahmenbedingungen attraktiv ausgestaltet.

Jeder kann mitmachen

Alle Mädchen und Jungen (nach Erfüllung der Vollzeitschulpflicht), Frauen und Männer sowie Seniorinnen und Senioren können sich beim Bundesfreiwilligendienst gemeinwohlorientiert im sozialen und ökologischen Bereich, aber auch in weiteren Bereichen wie Sport, Integration, Kultur und Bildung sowie im Zivil- und Katastrophenschutz engagieren.

Das Engagement darf zwischen sechs und 24 Monaten lang sein und ist für alle, die älter als 27 Jahre alt sind, auch in Teilzeit möglich. Der freiwillige Einsatz kann auch als Praktikum angerechnet und zur Überbrückung von Wartezeiten, etwa zwischen Schule und Studium, genutzt werden. Die Freiwilligen werden während ihres Engagements fachlich angeleitet und besuchen Seminare, etwa zur politischen Bildung.

Das freiwillige Engagement im Bundesfreiwilligendienst soll soziale, ökologische, kulturelle und interkulturelle Kompetenzen vermitteln und das Verantwortungsbewusstsein für das Gemeinwohl stärken. Neben dem Bundesfreiwilligendienst gibt es die Möglichkeit, sich im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) und dem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) zu engagieren.

Über 37.000 Freiwillige im Einsatz

Im Jahr 2015 waren über 37.000 Freiwillige im Einsatz. Deutschlandweit stellen die "älteren" Freiwilligen (Ü 27) derzeit einen mit 30,5 Prozent erfreulichen Anteil der Bundesfreiwilligendienstleistenden.  Das Geschlechterverhältnis ist ausgeglichen.

Eckpunkte des Bundesfreiwilligendienstes

  • Die nach dem Zivildienstgesetz bereits anerkannten Beschäftigungsstellen und -plätze gelten als anerkannte Einsatzstellen und -plätze des BFD. Aktuell sind rund 60.000 gemeinwohlorientierte Einrichtungen mit rund 224.000 Plätzen überwiegend aus dem sozialen Bereich, aber auch in Einsatzfeldern wie Sport, Integration, Kultur und Bildung sowie Zivil- und Katastrophenschutz anerkannt. Im Durchschnitt gehen beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) monatlich rund über 350 neue Anträge auf Anerkennung als Einsatzstelle ein.
  • Ein Einsatz im arbeitsmarktneutral auszugestaltenden Bundesfreiwilligendienst - bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen vergleichbar einer Vollzeitbeschäftigung - dauert in der Regel zwölf, mindestens sechs und höchstens 24 Monate. Sofern die Freiwilligen älter als 27 Jahre sind, ist auch Teilzeit von mehr als 20 Wochenstunden möglich.
  • Das mit dem Bund zustande kommende Rechtsverhältnis setzt einen entsprechenden gemeinsamen Vorschlag von Freiwilligem / Freiwilliger und Einsatzstelle voraus.
  • Die Freiwilligen werden gesetzlich sozialversichert.
  • Soweit die Freiwilligen Unterkunft, Verpflegung und Arbeitskleidung oder entsprechende Geldersatzleistungen erhalten, erbringen die Einsatzstellen diese Leistungen. Sie zahlen für den Bund auch das vereinbarte Taschengeld und leisten die Sozialversicherungsbeiträge. Das Taschengeld und die übrigen Leistungen werden zwischen den Freiwilligen und ihrer Einsatzstelle abgesprochen. Das Taschengeld hat eine Obergrenze von derzeit 372 Euro monatlich für eine Vollzeitbeschäftigung.
  • Die pädagogische Begleitung der Freiwilligen soll soziale, ökologische, kulturelle und interkulturelle Kompetenzen vermitteln und das Verantwortungsbewusstsein für das Gemeinwohl stärken. Der BFD wird durch Seminare begleitet. Die Gesamtdauer der Seminare beträgt bei einer zwölfmonatigen Teilnahme am Bundesfreiwilligendienst mindestens 25 Tage, davon entfallen fünf Tage auf ein Seminar zur politischen Bildung in einem Bildungszentrum des Bundes; die Seminare, insbesondere das Seminar zur politischen Bildung, können gemeinsam mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern des FSJ/FÖJ und freiwilligen Wehrdienst Leistenden durchgeführt werden.
  • Die Seminare sind für die unter 27jährigen Freiwilligen im BFD verpflichtend. Die über 27jährigen Freiwilligen nehmen an mindestens einem Seminartag pro Dienstmonat teil.
  • Eltern von volljährigen Freiwilligen (bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres) erhalten Kindergeld aufgrund der Teilnahme am Bundesfreiwilligendienst.
  • Ein Bundesfreiwilligendienst-Ausweis, der es den Freiwilligen erleichtert, ihnen gewährte Vergünstigungen in Anspruch zu nehmen, wird ausgegeben.
  • Auf der Grundlage der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel werden entsprechend § 7 Abs. 5 BFDG die Platzkontingente auf die Zentralstellen verteilt.

Vor uns liegt eine große gesellschaftliche Gemeinschaftsaufgabe. Bund, Länder, Kommunen, Hochschulen und Unternehmen sind aufgefordert, Anreize für freiwilliges Engagement zu schaffen.