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Mi 23.03.2016

Familie und Arbeitswelt

Die Gestaltung einer familienbewussten Lebens- und Arbeitswelt, die Eltern eine partnerschaftliche Aufteilung von beruflichen und familiären Aufgaben ermöglicht, ist ein Schwerpunkt der modernen Familienpolitik der Bundesregierung.

Das Programm "Vereinbarkeit von Familie und Beruf gestalten" zielt darauf ab, gemeinsam mit den Sozialpartnern, Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbänden der kommunalen Ebene und weiteren lokalen und regionalen Akteuren eine familienfreundliche Lebens- und Arbeitswelt zu schaffen. Dabei stehen sowohl die familienfreundliche Personalpolitik in Unternehmen als auch eine unterstützende, familienfreundliche Infrastruktur vor Ort im Fokus.

Zu diesem Zweck werden die Initiative "Lokale Bündnisse für Familie" und das Unternehmensprogramm "Erfolgsfaktor Familie" enger zusammengeführt, um die bereits erfolgreich aufgebauten Netzwerke weiter zu stärken.  Das Unternehmensprogramm "Erfolgsfaktor Familie" und die Initiative Lokale Bündnisse für Familie werden im Rahmen des Programms "Vereinbarkeit von Familie und Beruf gestalten" durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und den Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert.

Unternehmensprogramm "Erfolgsfaktor Familie"

Mit dem Unternehmensprogramm "Erfolgsfaktor Familie" setzt sich das Bundesfamilienministerium gemeinsam mit den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft, Gewerkschaften und großen Stiftungen dafür ein, dass immer mehr Unternehmen den Nutzen von Familienfreundlichkeit erkennen und unterstützt sie bei der Umsetzung. Ziel ist es, Familienfreundlichkeit zu einem Markenzeichen der deutschen Wirtschaft zu machen. Zum Unternehmensprogramm gehört auch der "Unternehmenswettbewerb Erfolgsfaktor Familie", mit dem das Bundesfamilienministerium die familienfreundlichsten Unternehmen Deutschlands auszeichnet.

Lokale Bündnisse für Familie

Ein nachhaltiger Wandel der Gesellschaft hin zu mehr Familienfreundlichkeit kann nur gelingen, wenn alle Verantwortung für den Prozess übernehmen. Darauf beruht das Erfolgsmodell der "Lokalen Bündnisse für Familie". Mit dem Ansatz, Partnerinnen und Partner aus vielen gesellschaftlichen Gruppen zusammenzubringen, ist die vom Bundesfamilienministerium ins Leben gerufene Initiative Vorreiter für die Vernetzung und Aktivierung unterschiedlicher Akteure.

Förderprogramm Betriebliche Kinderbetreuung

Mit dem Förderprogramm "Betriebliche Kinderbetreuung" unterstützt das Bundesfamilienministerium bundesweit Unternehmen bei der Einrichtung betrieblicher Betreuungsplätze. Arbeitgeber erhalten bis zu zwei Jahre lang einen Zuschuss zu den Betriebskosten neu geschaffener Betreuungsplätze für Mitarbeiterkinder unter drei Jahren in Höhe von 400 Euro pro Ganztagsplatz und Monat.

"audit berufundfamilie"

Das "audit berufundfamilie" entwickelt auf Initiative und im Auftrag der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, ist ein Managementinstrument zur Förderung der familienbewussten Personalpolitik in Unternehmen, bei dem nicht nur laufende Maßnahmen begutachtet, sondern auch Entwicklungspotenziale aufgezeigt und eine weiterführende Hilfestellung geleistet wird. Auch alle Bundesministerien sind auditiert.

Das "audit berufundfamilie" steht unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf

Die meisten pflegenden Angehörigen brauchen in der Phase, in der sie Familie, Pflege und Beruf vereinbaren müssen, vor allem mehr zeitliche Flexibilität. Das am 1. Januar 2015 in Kraft getretene Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf berücksichtigt die Individualität jeder Pflegesituation. Die Bundesregierung hat mit diesem Gesetz einen Rahmen geschaffen, um pflegende Angehörige in ihren Aufgaben zu unterstützen. Das Pflegeunterstützungsgeld und die neuen Regelungen im Pflegezeit- und Familienpflegezeitgesetz tragen zu mehr Flexibilität und einer finanziellen Abfederung der Lohneinbußen für pflegende Angehörige bei.

Stark im Beruf – Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein

Mit dem ESF-Bundesprogramm "Stark im Beruf – Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein" verfolgt das Bundesfamilienministerium das Ziel, den Erwerbseinstieg für Mütter mit Zuwanderungsgeschichte zu erleichtern und den Zugang zu vorhandenen Angeboten zur Arbeitsmarktintegration zu verbessern.

Knapp die Hälfte der in Deutschland lebenden Mütter mit Zuwanderungsgeschichte ist nicht berufstätig, aber rund 65 Prozent dieser Mütter haben einen Erwerbswunsch. Aber noch gelingt es zu wenigen von ihnen, diesen Wunsch umzusetzen. Die rund 90 bundesweit aktiven Träger von "Stark im Beruf" sollen dazu beitragen, bessere Zugangsmöglichkeiten zu bestehenden Angeboten der Arbeitsmarktintegration zu schaffen und den Müttern individuelle Wege zum Einstieg in die Erwerbstätigkeit aufzuzeigen.