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Mi 02.03.2016

Ausbildung in der Altenpflege

Gesellschaftliche Herausforderungen in Deutschland werden immer stärker durch den demografischen Wandel geprägt. Besonders betroffen ist die Pflege. Mit dem stetigen Anstieg der Lebenserwartung in Deutschland steigt auch die Zahl der pflegebedürftigen älteren Menschen. Zugleich wächst der Bedarf an qualifiziertem Pflegepersonal in der Altenpflege.

Die Altenpflege gehört zu den am stärksten wachsenden Dienstleistungsbranchen und bietet eine sichere Beschäftigungsperspektive. Die Zahl der Altenpflegefachkräfte hat sich nach der Pflegestatistik 2013 zwischen 1999 und 2013 um über 100 Prozent auf fast 230.000 erhöht, die Zahl aller in der Altenpflege Beschäftigten ist im selben Zeitraum um über 60 Prozent auf knapp über eine Million gestiegen.

Demografisch bedingt stehen jedoch immer weniger junge Menschen dem Ausbildungsmarkt zur Verfügung. Die Ausbildung im Bereich der Altenpflege und das Berufsfeld müssen daher noch attraktiver werden. Eine qualifizierte Ausbildung und die Deckung des Fachkräftebedarfs sind entscheidend für eine gute Betreuung und Pflege älterer Menschen.

Sicherung der Fachkräftebasis für eine qualitätsvolle Pflege älterer Menschen

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend setzt sich auf der Grundlage des in seiner Zuständigkeit liegenden Altenpflegegesetzes des Bundes durch vielfältige Maßnahmen für eine qualifizierte Ausbildung der Altenpflegerinnen und Altenpfleger und für die Deckung des Fachkräftebedarfs ein. So werden Projekte und Forschungsvorhaben umgesetzt oder die Information von Pflegeeinrichtungen, Pflegefachkräften und Auszubildenden in der Altenpflege vorangetrieben. Insbesondere die "Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege" als erster bundesweiter Ausbildungspakt für die Altenpflege von Bund, Ländern und Verbänden ist hier als wichtiger Meilenstein zu nennen.

Weiterentwicklung der Pflegeberufe

Der demografische Wandel verändert auch die Anforderungen an das Personal im Berufsalltag. Der wachsende Anteil älterer und hochaltriger Menschen in allen Versorgungszweigen, die Weiterentwicklung der Versorgungsstrukturen und die Zunahme komplexer Versorgungbedarfe erfordern eine umfassende Modernisierung der Pflegeausbildung. Vor diesem Hintergrund hat die Bundesregierung  am 13. Januar 2016 den vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und vom Bundesministerium für Gesundheit gemeinsam vorgelegten Gesetzentwurf zur Reform der Pflegeberufe beschlossen, der sich nun im Gesetzgebungsverfahren befindet. Gegenstand der Reform ist die Zusammenführung der bisher nach Altersgruppen getrennt im Altenpflegegesetz und im Krankenpflegegesetz geregelten Ausbildungen in der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege in einem Pflegeberufsgesetz zu einer neuen, generalistischen Pflegeausbildung mit einem einheitlichen Berufsabschluss.